Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Gästebereich (Schreiben ist ohne Registrierung möglich) => Gästebereich => Thema gestartet von: deja in 25 Oktober 2011, 11:07:07

Titel: Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 25 Oktober 2011, 11:07:07
Wie kann man denn jemanden als egoistisch bezeichnen, wenn man 3 Sätze vorher beschreibt, wie krank und verschoben die Wahrnehmung vor einem Suizid ist?
Suizid ist krank und im Endeffekt ist es schnuppe, warum er passiert. Bilanz, Depression oder sonstwas. Er passiert. Und jeder von uns weiß ja wohl am besten, wie man in die Richtung schlingert.

Scham
Schuld
schlechtes Gewissen
Perfektionismus
Gefühl des Versagens, der Unzulänglichkeit, des nicht Genügens
niemals gelernt, Hilfe anzunehmen, im Gegenteil, Hilfe akzeptieren als Zeichen von Schwäche
alles immer und zu jeder Zeit allein bewältigen zu müssen.....auch wenn es nicht der Realität entspricht....die, die einen lieben wollen so gern helfen aber man läßt es einfach nicht zu und das hat nix mit Wollen sondern mit Können zu tun
Aussichtslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Ohnmacht, Ausweglosigkeit

Vllt ist es wichtig, vor allem den Begriff "gefühlte" zu setzen.

Und wenn jetzt hier damit angefangen wird, auch noch nach Beweggründen des Sui zu unterscheiden, macht ihr keinen Unterschied zu denen, die ihr verdammt. Sui ist Sui. Und auch der, der es als Bilanz gezogen hat, macht es, weil er in dieser Negativspirale drin hängt. Keinen Ausweg sieht. Und wie wir an Robert Enke gesehen haben, hilft manchmal nicht mal mehr die Liebe. Weil etwas viel wertvolleres verloren gegangen ist. Weil das eigene Kind vor einem gestorben ist. Wie bezeichnet ihr das? Wie erträgt man so etwas? Ich sags euch. Gar nicht. Als Frau mag man das besser können, weil man als Frau seine Trauer nach wie vor anders ausagieren darf. Aber nicht als Mann und schon gar nicht, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Stehen muß, jeden Samstag auf dem Spielfeld als Leistungsträger.
Menschen wie ich machen es eben nicht, weil sie als einzige Hoffnung und Lichtblick ihr Kind haben, für das sie Verantwortung tragen. Ich sag heute, der liebe Gott hat gewußt, warum er mir genau zum damaligen Zeitpunkt mein Kind geschenkt hat.

Und jedem, der sagt, uns geht gut heutzutage, wir haben alles, dem antworte ich, daß es uns so schlecht geht wie lange nicht. Dinge, die wirklich zählen, geraten vollends in den Hintergrund und auch daran gehen Menschen kaputt. Menschen, wie wir alle hier uns gefunden haben. Und manchmal, wenn es ganz schlimm kommt, spielen genetische Faktoren eine Rolle, die man einfach nicht bezwingen kann. Dann ist die Depression so schwerwiegend und so übermächtig, daß iwann der Wille und die Kraft verloren geht. Dann müssen aber andere Dinge greifen.

Und meine persönliche Meinung ist, niemand, der sich geliebt und verstanden fühlt, niemand, der nicht ständig allein gelassen wird oder ist, niemand, der etwas hat wofür es sich lohnt zu leben, wird sich freiwillig von dieser Welt verabschieden. Der Mensch ist nicht geboren um zu sterben, sondern um zu leben. Und oft ist es leider so, daß es sich die Umwelt zu leicht macht. Sui ist der Wunsch nch Veränderung, die man eigentlich herbei sehnt aber zuviel Angst hat vor der Umsetzung. Aber das ist Eulen nach Athen tragen. Sui ist der Wunsch zu schlafen und zwar solange, bis man wieder genug Kraft hat um wenigstens den Alltag bewältigen zu können. Und dazu ist es notwendig, zuzugeben, wenn man vor seinem persönlichen Burn- Out steht. Burn- Out ist keine Krankheit sondern Symptom einer Depression. Niemand, der sich lapidar durchs Leben schaukelt und alles locker sieht, hat den Wunsch zu sterben.
Dieser Wunsch ist bedingt von akuten oder chronischen Prozessen emotionaler Überforderung.

Und wir sollten uns darauf besinnen, daß wir hinschauen und nicht, zu erurieren, welcher Beweggrund ausschlaggebend war. Denn dann hätten wir in unserer Gesellschaft alle kein Recht dazu.
Materiell sind wir ausgestattet wie nie zuvor, nur leider geht das alles auf unsere Kosten, die bisher noch niemand wahrgenommen hat.
Emotionalität, Liebe, Zuwendung.

lg deja   

Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 25 Oktober 2011, 11:49:07

Hi @deja


Ich denke nicht, dass es sich widerspricht, wenn man Suizid als egoistisch bezeichnet.
Tatsächlich halte ich es für die höchste Form des Egoismus.

Man ist in diesem Moment so sehr und ausschließlich auf sich selbst - seine Situation - sein Leid fokussiert, dass man an nichts anderes denkt ...also Egoismus pur.


Wie auch schon bei anderer Gelegenheit hat das Wort bei mir jedoch nicht diese ausschließlich negative Bewertung, die es bei anderen gerne erfährt - offensichtlich auch bei dir.


Auch ob es wirklich so 'schnuppe' ist, warum er passiert, weiß ich nicht...

Als ich nicht mehr wollte, war es eine Affekthandlung aus einer bestimmten Situation heraus.
Verständlich hin oder her: aus jetziger Sicht hätte ich es bereut, auch wenn es nach wie vor schlechte Zeiten gibt: die Guten überwiegen bei weitem.

Bei meinem Bruder sah es zunächst auch nach einer spontanen Reaktion aus - erst später kristallisierte sich nicht nur die akribische Planung heraus, sondern auch der gesamte Kontext.

Was das ändert?

Für mich - im Zusammenhang mit meinen Schuldgefühlen - einiges.

Für ihn - da hast du Recht - nichts...


Wo ich bedingungslos zustimme, ist der gesellschaftliche Rahmen: wo früher Großfamilien, Gemeinden oder auch Kirchengruppen, Vereine und Freundschaften einen auffangen konnten, fehlt bei der heutigen Gesellschaft die Gemeinschaft, wo man jederzeit Gesprächspartner und Zuhörer finden konnte – Verständnis und Anteilnahme bekam.

Nicht umsonst sitzen wir jetzt vor dem PC und suchen genau das – zB hier im Forum.



LG
nubis
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Nicki in 25 Oktober 2011, 12:13:33
@Nubis

Ich finde es auch nicht ganz korrekt, Suizid als egoistisch zu bezeichnen.
Oft genug haben Menschen, die sich umbringen vorher das Gefühl entweder ganz allein oder eine Last für andere Menschen zu sein. Ob dieser Eindruck stimmt, sei mal dahin gestellt.
Ich denke, das Deja mit einigem was sie schreibt recht hat.

Liebe Grüße,
Nicki 
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 25 Oktober 2011, 13:03:54
@Nicki

Nur um das noch einmal zu betonen: Ich betrachte Egoismus wertfrei.

Aber selbst wenn man das nicht tut, bezeichnet Egoismus eine Ich-Bezogenheit, in der man ausschließlich persönliche Interessen verfolgt ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer (Quelle:Wikipedia)

...wenn man auch nur einen Moment an die Hinterbliebenen denkt, finde ich die Bezeichnung sogar äußerst passend...


Deshalb kann ich aber trotzdem Verständnis für die Situation an sich haben und Gründe und Ursachen akzeptieren und widerspreche deshalb ja nicht grundsätzlich eurer Argumentation.


LG
nubis
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Alexander in 26 Oktober 2011, 06:49:42
Suizid ist in den meisten (oder in allen)  Fällen eine Kurzschlußreaktion, die nicht umkehrbar ist. Ich hatte vor kurzem auch so eine Situation, ich saß im Auto und dachte nach wie es am besten für mich geht. Nach einer gewissen Zeit dachte ich an die Folgen für meine Familie, da habe ich beschlossen warum soll ich wegen vielen Problemen aussteigen, das  eigene Leben ist  eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Also Quatsch mit den Gedanken an Selbstmord, ändere was in deinem Leben !  Und ich werde es tun obwohl der Weg steinig und langwierig ist, aber es lohnt sich, wenn man (ich) es geschafft habe.
ich wünsche und sende allen im Forum positive Gedanken und bleibt hier !

Liebe Grüße Alexander
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: stumm in 26 Oktober 2011, 07:52:18
hier der ganze satz von wikipedia

Egoismus" wird meistens abwertend als Synonym für rücksichtsloses Verhalten verwendet und als ,,unanständig" beurteilt. Der Begriff beschreibt dann die Haltung, ausschließlich äußerliche persönliche Interessen zu verfolgen ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer. Egoismus wird in diesem Zusammenhang als Gegenteil von Altruismus und Solidarität kritisiert, was allerdings nur dann zutrifft, wenn bei der Beurteilung des Handelns der innere Nutzen gar nicht in Betracht gezogen wird.


egoismus wird meistens.....,,beurteilt,,...der begriff beschreibt ...,, dann,,...
also WENN man den begriff beurteilt DANN beschreibt er eine haltung ...usw

und auch das steht bei wikipedia

Im engeren Sinne ist ein Verhalten dann als egoistisch einzustufen, wenn der Handelnde bewusst einen Nachteil für einen Anderen in Kauf nimmt und alleine auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, obwohl ein alternatives Verhalten, welches den überkommenen Kriterien von Gerechtigkeit und Moral entspricht, möglich wäre. Ist ein Bewusstsein für tatsächlich entstandene Nachteile für einen Anderen als Folge des eigenen Tuns oder auch Unterlassens überhaupt nicht vorhanden, kann nicht mehr von Egoismus im engeren Sinne gesprochen werden

nun stellt sich mir die frage ist ebend dieses bewusstsein bei selbstmördern vorhanden?
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 26 Oktober 2011, 08:10:13

und mir stellt sich die Frage, wieso jetzt wieder auf einem Begriff rumgeritten wird, den man so oder so auslegen kann... ?


Ganz abgesehen von Wiki - und wenn - dann müsste man bitteschön auch alles Weitere zitieren:
'Betrachtet man Egoismus im weitesten Sinne, wird und muss jedes menschliche Verhalten als egoistisch eingestuft werden, denn jedem bewussten Tun liegt eine individuelle Abwägung des Eigennutzens der Tat zugrunde.'

egal ob im weitesten Sinne - im engeren Sinne - Betrachtung des positiven Egoismus oder sonst was - offensichtlich kommt es doch darauf an, wie der Einzelne es auffast - und ICH fasse den Begriff eben nicht negativ auf - ebenfalls ganz im Sinne von Wiki: 'Die negative Sicht auf den Egoismus als Egomanie steht im Kontrast zu einer positiven Wertung eines "gesunden" Egoismus, die im Ethischen Egoismus philosophisch ausgearbeitet ist. Eine wertungsfreie Auffassung ist die faktische Behauptung des Psychologischen Egoismus, dass alle Menschen de facto egoistisch handelten.'

'Egoismus ist ein heftig umstrittenes Phänomen, da er von unterschiedlichen Menschen und Gruppen unterschiedlich verstanden, bewertet oder definiert wird.' (Wiki)  - weshalb auch dort die Worte 'meist' 'kann eingestuft werden' und 'Egoismusverständnis' Verwendung finden, welche eben kein allgemeingültiges Bild voraussetzen, sondern eine individuelle Sicht.


Alles was ich getan habe - mal wieder - Schande über mich...- ist, zu sagen, dass ICH den Begriff nicht negativ bewerte und ihn im Kontext für angemessen halte.


Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 26 Oktober 2011, 08:29:45
sorry, wenn ich da grade wieder ein bisschen heftig reagiert habe -.-



Eigentlich hatte ich hier nochmal auf den anderen Punkt zurückkommen wollen: ob es eine Rolle spielt, warum jemand Suizid begeht.

Erst nachdem ich das erste Posting geschrieben habe, ist mir nochmals bewusst geworden, welch große Rolle es tatsächlich spielt: nicht für denjenigen, der es tut ...tot ist tot - das stimmt: aber für die Hinterbliebenen.


Meine Mutter hatte nach dem Suizid meines Bruders eine Trauerbegleitung gemacht und dadurch noch andere Menschen mit entsprechenden Verlusten kennen gelernt.
Sie hat dort auch die Erfahrung gemacht, dass es für Angehörige wichtig ist, in wieweit sie die Gründe nachvollziehen konnten - bzw, je unfassbarer die Tat für die Hinterbliebenen ist, desto größer ist das seelische Leid, dass sie den Rest ihres Lebens begleitet.


Mir persönlich sind die Fachbegriffe egal, aber für eine Behandlung traumatisierter Angehöriger braucht das Kind eben einen Namen, denke ich.






Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: stumm in 26 Oktober 2011, 08:38:20
und ich muss in diesem zusammenhang an eine junge frau denken
sie ist allein stehend keine familie keine freunde kein mann
aber ein kind
auf das argument hin es sei egoistisch dem kind gegenüber zu gehen war ihre schlußfolgerung dann nehm ich es ebend mit
das argument das sei auch egoistisch weil das kind ja nun sein leben nicht mehr leben kann war ihr argument davon weiss das kind ja nichts und merkt es auch nicht mehr

und ich muss in diesem zusammenhang an meine eigene einstellung denken
welche ich hatte als ich gehen wollte
meine einstellung war, es ist egoistisch dem kind gegenüber zu bleiben
ich bin nicht egoistisch und gehe weil es dem kind besser geht ohne mich
nicht am anfang vielleicht aber längerfristig gesehen schon
allen menschen gegenüber, welche mit mir zu tu haben, ist es egoistisch zu bleiben
es geht ihnen ohne mich besser
nicht am anfang aber längerfristig gesehen
diese einstellung liegt 15 jahre zurück
aber
heute 15 jahre später frage ich mich oft ob es nicht doch egoistisch war zu bleiben
und es allen heute nach 15 jahren besser gehen würde

ich empfinde das wort egoistisch im zusammenhang mit suizid gefährlich
und das ist nur meine persönlcihe meinung ganz ohne wiki
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Hobo in 26 Oktober 2011, 08:58:40
Es ist wohl ein Thema, zu dem jeder seine individuelle "Einstellung" oder auch Meinung hat. Das ist auch richtig und normal. Nur noch einmal ganz kurz zu dem hier diskutierten Egoismus. Wiki ist ja nett, aber überbordend, also für die Anwendung hier. Es würde vollkommen ausreichen zu sagen, es bedeutet "Ich-Bezogenheit". Vielleicht extreme. Es gibt nichts ich-bezogeneres im Leben als ein Suizid. Genauso wie die Krankheit Depression sehr ich-bezogen ist. Die Psyche/Seele ist nun mal eine sehr persönliche Angelegenheit. Wir lesen hier jeden Tag, dass Betroffene nicht mit anderen darüber reden können, weil sie niemand verstehen kann. Genau das ist der Punkt. Es ist ein Problem, das der Betroffene nur für sich hat. Ganz alleine.

Vielleicht noch erwähnenswert, dass viele Menschen, die sich suizidiert haben Abschiedsbriefe schreiben. Ein wesentlicher Faktor, neben der Beschreibung der eigenen Verzweiflung ist meist eine Entschuldigung an die zurück gelassenen. Für mich weist das auf eine durchaus vorhandene Einsicht auf die Auswirkung der Tat auf die Menschen in der näheren Umgebung des Betroffenen hin. Sowie natürlich die Aussagen der Überlebenden. Vorsichtig formuliert könnte man annehmen, dass es auch in dieser letzten verzweifelten Tat noch ein Verständnis und eine große Reue gegenüber den Hinterbliebenen gibt.

Ob man soweit gehen kann, zu sagen, dass sich nur Egoisten umbringen und die anderen (sozial eingestellten? altruistischen?) durchhalten wäre reine Spekulation. Aber die Fakten bleiben Fakten. Viele halten durch, nur weil sie anderen dieses Trauma nicht antun wollen...

lg
Hobo
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Sergio in 26 Oktober 2011, 10:50:57
In besonder aussichtslosen Fällen sollte Suizid erlaubt sein.

zb dann wenn Betroffene besonders schwere Krankheiten haben, wo sie genau wissen das sie daran sterben müssen und einen qualvollen Tod bevorstehen haben.

Auch in Fällen von Alzheimer sollte es erlaubt sein, wo Betroffene ganz genau wissen das sie einen würdelosen Zustand vor sich haben indem sie eher dahinsiechen wie zu leben. Gunther Sachs hat ja damals seinen Abgang selbst bestimmt, im Anfangsstadium von Alzheimer und ich kann es voll und ganz nachvollziehen. Ich hab selbst eine Oma die Alzheimer hat und mittlerweile ist sie in einem Pflegeheim, die Krankheit ist soweit vorrangeschritten das sie nichtmal ihre Enkel oder ihren Sohn erkennt, ein grauenhafter unheimlicher Zustand, bei einem Menschen zu sehen wie sich das Gehirn langsam auflöst. Bei soetwas bin ich der Meinung dürften Menschen selbst entscheiden solange sie noch bei klarem Verstand sind ob sie soetwas wollen oder ob sie nicht sagen, so das wars, ich gehe, ich hab gelebt und fertig.
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Sintram in 26 Oktober 2011, 17:07:40
Die -krankheitsbedingte- Gewissheit, wie Du @Adrenalinpur, sie beschreibst,
dass der eigene Tod und das Verschwinden aus dem Lande der Lebenden die für alle Beteiligten beste und wünschenswerte Lösung ist, weil die Belastung, die ich verkörpere, niemandem mehr zuzumuten ist, so dass mir schon allein die Liebe zu ihnen befielt, mich auszulöschen...

...dass der Schmerz über den Abgang, den ich bei Hinterbliebenen zurücklasse, ein Nichts ist im Vergleich zu den Leiden, die ihnen mein Weiterleben bereiten würde...

...kann ebenso gut und wohlbegründet als äußerste Form von Selbstlosigkeit bewertet werden.

(So gesehen wird der negativ belastete Begriff Egoismus zur Farce, hab das Zitat vor kurzem in irgendeinem Krimi aufgeschnappt und mir nur müde gedacht, nee Leute, diesen Schuh zieh ich mir nicht an, ihr wisst es eben nicht besser und habt einfach keine Ahnung, da lässt sich leicht reden...)

LG
Sintram
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 27 Oktober 2011, 19:08:07
Nubis.....

ich finde, du verwendest den Begriff Egoismus in völlig falschen Zusammenhängen, denn du bist auch der Meinung, Babys seien egoistisch. Was in meinen Augen der größte Quark ist *mit Verlaub* , den ich je im Zusammenhang mit Verhalten von Babys gelesen hab. Babys sind unreif, die Natur hat es eingerichtet, daß sie nach 9 Monaten geboren werden, weil sie nach 2Jahren schlichtweg nicht mehr durchpassen. So.

Egoismus in dem Sinn wie ich ihn verstehe ist, wenn man nur an sich denkt, auf Kosten anderer lebt, rücksichtslos auf allem und jedem rumtrampelt. Dazu gehört ein Bewußtsein, mit welchem man in der Lage ist, dieses kontrolliert auszuleben und in dem Wissen zu handeln, daß es auf Kosten anderer geht. Manchmal vergessen Menschen, daß es eine gesunde Form des Egoismus gibt, nämlich dann, wenn es bedeutet, auf sich zu achten, Grenzen zu setzen, für andere da zu sein, wenn es notwendig ist aber in dem Maß, wie man selbst es gut verkraften kann.

Als es mir am allerschlimmsten ging, war ich der Meinung, ich werde mit meinem Sohn mit einem Sprung durch das Fenster diese Welt verlassen. Ich konnte nix anderes mehr denken, selbst wenn ich gewollt hätte, es waren Zwangsgedanken, so als würde jemand befehlen, daß ich das zu tun hätte. Darum hab ich ihn von mir fern gehalten sooft es ging. Als das nicht mehr möglich war, bin ich in die Klinik gegangen, mit dem Gedanken, mein Kind ist überall besser aufgehoben als bei mir selbst im Heim oder Pflegefamilie. Er selbst und alle um mich herum haben das nie so gesehen. Nur ich ganz allein. Denn ICH war KRANK.
Noch heute quälen mich täglich Zweifel, ob ich gut genug bin, ob er es gut bei mir hat etc. Ich bekomme Bestätigung und trotzdem plagen mich diese Gedanken. Er selbst sagt mir oft genug, ohne mich wär es kein Leben für ihn. Von sich aus, ich weiß nicht, woher er diese Worte hat.

Diese Gedanken haben Menschen, wenn sie krank sind und ich wünsch sie meinem ärgsten Feind nicht. Ständig denken ZU MÜSSEN, daß es besser sei für alle, wenn man sich selbst auslöscht. Man denkt NUR an die LAST, die man ihnen bereitet.

DAS IST KRANK. Darum kann Sui niemals egoistisch sein. Sui ist ein kranker Ausweg für Menschen, nix anderes. Wer gesund ist, der suizidiert sich schlichtweg nicht. Genau wie Babys nie schreien, weil sie egoistisch sind, sondern weil sie keine andere Ausdrucksmöglichkeit besitzen. Weil sie unreif sind. Wie Suizid eine Form von Unreife ist. Die es einem nicht erlaubt, zb Hilfe anzunehmen, weil dieses verdammte Scheiß- Über- ich, die Scham darüber, daß man es allein nicht schafft, so stark geprägt wurde. Die es demjenigen nicht gestattet, sein ICH einzusetzen, das bestimmt sein müßte von Realitätsprinzip und Kritik sowie Selbstreflexion.
Im Gegenteil, die Wahrnehmung ist so derartig verzerrt, daß einem der Kopf signalisiert, man würde auch noch Gutes damit tun.

Ich bin weder der Meinung, das Depression noch das Suizid ichbezogene Krankheiten sind, weil sie ausbrechen, wenn man stets und ständig über seine Grenzen gegangen ist bzw bei einem Trauma die Grenzen akut brachial verletzt worden. Eine Depression bricht aus, wenn man am Ende seiner Kräfte ist und niemals auf sich geachtet hat sonst bekäme man keine. Sonst wär man gesund. Weil man die Signale des Körpers und der Seele jahrelang mißachtet hat und der Körper schlichtweg jetzt aussetzt mit allem, um einen nedlich darauf hinzuweisen, das man damit beginnen muß.

Wie will man sonst demnächst einteilen? Krebs als ichbezogen, weil sich plötzlich alle um einen kümmern? Wie kann man überhaupt im Zusammenhang mit Krankheiten solche Worte verwenden? Habt ihr euch schonmal damit beschäftigt? Wie oft Krebs tatsächlich eine Form dieser seelischen Verkümmerung ist? Haut? Magen? Darm? streßbedingter Haarausfall? etcpp

Niemand kann das Leiden der Menschen, die zurück bleiben nachvollziehen. Aber niemand hat das Recht, Menschen die den Sui gewählt haben als egoistisch und ichbezogen zu bezeichnen.

Aber, wem ich erzähl ich das.....

lg deja
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Amazone in 27 Oktober 2011, 19:42:53
Auch ich hab mal versucht mir das leben zunehmen, das hat nix mit egoismus oder sonst was zutun!
Aber ich wurde von Pauly gerettet.
ich hatte keine Ahnung ob mich jemand findetr, mir wars egal!
Das Leben wurde nicht leichter, aber es ist wieder lebenswert!"
LG
Moonlight-Amazone
Titel: Re:Diskussion "Suizid"
Beitrag von: para in 27 Oktober 2011, 19:53:11
ich möchte hier nicht mitdiskutieren, aber dennoch etwas loswerden.
ich finde es unangebracht suizid als "sui" einfach so zu verniedlichen.
lg para
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 27 Oktober 2011, 19:59:58
hi @deja :-)


du erzählst das Leuten, die ganz einfach andere Erfahrungen haben - und auf diesen begründet eine andere Sicht auf die Dinge.

Ich rede jetzt nicht von 'richtig' oder 'falsch' - nur *anders*



Meine Depression resultiert zum Beispiel nicht auf solchen Erfahrungen, wie ich sie hier immer wieder lese.

Vielleicht unterscheiden sich meine Sichtweisen auch deshalb teilweise erheblich von denen anderer hier: ich bin in vielen Bereichen nicht vorbelastet und wundere mich oft über die Interpretationen eines Ausdrucks oder die Schlussfolgerungen die manchmal gezogen werden.


Ich sehe es eben nicht so, dass ich den Begriff in falschen Zusammenhang stelle, sondern ich nehme ihn wertfrei aus der bloßen Bedeutung des Wortsinns her.

Wenn du - und andere Leser hier - das nicht machen, ändert das eben an meiner (Wert)Vorstellung des Begriffs nichts - ich kenne ihn eben nicht anders und werde nun auch nicht anfangen ihn in einen anderen Kontext zu stellen, nur weil ihr das tut.


Ich bringe mich aber ja schließlich auch - und grade deshalb - in dieses Forum ein, um meine Sicht auf die Dinge zu vermitteln und in der Hoffnung, damit hier und da einen Denkanstoß geben zu können oder eine Hilfe zu sein.

Meine Ansicht teilen muss man dazu nicht - lassen wir das also einfach mal so stehen als verschiedene Sichtweisen - vielleicht nimmt ja der eine oder andere Leser daraus eine Anregung für sich mit :-)



LG
nubis




/edit Rechtschreibung
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Sintram in 28 Oktober 2011, 10:09:00
Guten Morgen allen!

Egoismus
a)   Haltung, die gekennzeichnet ist durch das Streben nach Selbstbehauptung, nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer; Selbstsucht, Ichsucht, Eigenliebe: Das ist reiner krasser Egoismus; etwas aus (gesundem) Egoismus tun;
b)   (Philos.) Lehre, Anschauung, nach der alles, auch das altruistsische Handeln, auf Selbstliebe beruht.

So steht´s im Duden.

Begriffe wie Selbstliebe, Eigenliebe oder gesunder Egoismus stehen heute oft auch für Selbstwertgefühl und haben im täglichen Sprachgebrauch eine neutrale wenn nicht sogar positive Bedeutung angenommen. Die Liebe zum Selbst sprich Ich wird als Grundlage genereller Liebesfähigkeit vorausgesetzt (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst).

Insbesondere bei depressiven Menschen leidet die Liebe zum Selbst an mitunter schweren Defiziten bis hin zu Selbsthass, Selbstverachtung, Selbstaufgabe und allgemeiner Geringschätzung eigener Bedürfnisse, Wünsche und Ansprüche.

Für gewöhnlich versucht ein Mensch mit beeinträchtigtem Selbstwertgefühl, sein Defizit durch gesteigerten Altruismus auszugleichen, was leider nicht selten missbraucht wird, wodurch das mangelnde Selbstwertgefühl bestätigt und bestärkt wird, nur in glücklichen Ausnahmefällen kann selbstverachtender Altruismus gesteigerte Selbstliebe herbeiführen.

Der Suizid ist die äußerste Form der Selbstaufgabe, die Beendigung des eigenen Lebens kann unter Umständen sowohl als verzweifelter Versuch zur Wiedererlangung des verlorenen Selbstwertgefühls als auch als letzter Versuch der Selbstbehauptung in äußerster Bedrängnis verstanden werden und wird von Betroffenen folglich als ultimative Form von Notwehr erlebt.

In diesem Kontext sollte der Begriff Selbstwertgefühl bzw. Selbstbehauptung anstelle von Egoismus verwendet werden, um das Missverständniss zu vermeiden, der Selbsttötende handle aus Selbstsucht.
Ein Suizid, der aus krankhaft übersteigerter Selbstsucht heraus begangen wird, ist zwar nicht grundsätzlich auszuschließen, dürfte jedoch eine verschwindende Randerscheinung und absolute Ausnahme bilden.

Bitte nicht mehr streiten...
LG
Sintram



Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: chanell in 28 Oktober 2011, 12:56:52
hallo an euch

wo fängt der egoismus an und wo hört der auf

als ich meinen ersten suizid vornahm empfand ich mich nicht
als ein egoisten denn ich wollte nur schlafen weil ich mein leben
unerträglich empfand
als ich gefunden wurde und erwachte war ich verärgert auf die ärzte
weil die mich in meine trauriges leben zurück geholt haben
in meinen augen waren die ärzte egoisten  wie konnte die es wagen
mich am leben zu erhalten

ich sagte einmal zu den oberarzt -schaun sie sie leben gerne und alle akzeptieren es   schaun sie ich lebe nicht gerne aber keiner akzeptiert
meinen wunsch   der oberarzt schaute mich an

ich habe mich nicht als igoisten empfunden

l.g.
chanell
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 13 November 2011, 17:50:43
Hm, wenn Sui egoistisch ist, ist es dann auch egoistisch- also völlig wertfrei- keine Kinder zu bekommen? Also ich rede jetzt nur, daß ich das so wahrnehme. Weil ich grad woanders las, das einer Mutter die ihre Babies verloren hat, gesagt wird, weil man psych erkrankt ist, hat man die Entscheidung getroffen, selbst keine zu bekommen. Sehr makaber. Und Sui begeht man, wenn man psych erkrankt ist, oder? Achja, ich vergaß, ich hatte sogar meinen Sohn schon als ich erkrankte. Und nu? Weggeben? Nicht das es egoistisch wäre, ihn trotzdem aufzuziehen, nachher heißt es noch, ich sei egoistisch und hab ihn dadurch in den Psychosumpf reingezogen. Weil er Dinge erlebt hat, die andere Kinder vllt nicht erlebt haben.
Außer vllt sein bester Freund, der eine nach außen intakte Familie hat und sich mit 13 ritzt und vors Auto werfen will. 

Und dann liebt mich mein Sohn auch noch ohne Ende. Owei. Ich hab ihn bestimmt so manipuliert, BL und so....daß er das immer sagt.

Ach, das ist alles so verworren.

nubis.....wenn du das so sagst, hast du mich in dem Moment, als du die Polizei informiert hast, als egoistisch empfunden? das ist eine ernst gemeinte Frage an dich.....

sintram....naja, wie soll das funktionieren? nicht mehr streiten?

lg deja
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 14 November 2011, 00:01:12
wow, nächstes entdecktes Thema.....Kontopfändung.....und immer die ewig gleichen personen, die ihre Nase in den Wind stecken

Sternengucker...na da kann ja dein Freund froh sein, daß er dich hat.....also als man mir das Konto pfänden wollte, weil ich zuviel berechnetes ALG 1 nicht zurück zahlen konnte hatte ich niemanden, der meinem Sohn und mir etwas zu essen kauft.....und jetzt willst du mir bestimmt sagen, daß ich selbst Schuld hab, weil ich ja hätte nachrechnen können.....wozu ich als Laie natürlich in der Lage bin, keine Frage.....ach...eh ich es vergesse......du berechnest bestimmt auch jeden Tag, wieviel Wasser etc du verbrauchst, damit du keine Nachzahlungsforderung bekommst, Telefon, Strom etc......und du mußt bestimmt von 357 eu monatlich dich und dein Kind ernähren....Klamotten, Schulsachen etc pp......achja und Schulessen......das bekommt man nämlich nur zu eine gewissen Prozentsatz vom Amt und nicht wie überall dargestellt mit dem Bildungsprogramm kostenfrei......hm und deine Krankenkasse streitet mit dir bestimmt auch nicht seit mittlerweile 4jahren über Zuzahlungsbefreiungen, immer wieder abgelehnt, ich nenn es Psychoterror....also kann ich jetzt überlegen, Medikamente oder völliger Absturz.....völliger Absturz geht auch nicht, dann mach ich sui und dann bin ich ja auch noch egoistisch.........

ach und bevor ´Fragen auftauchen, zu der Zeit als ich gepfändet werden sollte war ich voll berufstätig..... ich hatte mit 45 Stunden pro Woche ein Gehalt unter 1000eu......trala trala denn ich bin aus dem Osten......und leider hat auch niemanden wirklich interessiert, daß ich keinen Unterhalt bekomme....im Gegenteil, als es 20eu mehr Kindergeld gab, wurde es mir vom ALG 2 abgezogen und mir wurde mit Gericht gedroht, weil ich es nicht angegeben hatte.....owei, ich hab doch dem Staat tatsächlich 80eu gestohlen......aus einer Dummheit heraus....ich dachte doch echt, ich krieg nun 20eu mehr......und ich bin froh, daß jetzt wieder alles teurer wird....man stelle sich vor, ich hätte mal nen Cent für mich.....

Ich bin immer wieder überrascht, mit welcher Arroganz hier über Dinge geredet wird. Leider bin ich darüber nicht sprachlos, sonst würd ich mich dazu nicht äußern. Ich kann mir nix leisten, ich bin so froh, daß ich nicht rauche und keinen Alkohol trinke. Das einzige, was ich mir leiste ich ab und zu ein Buch. Bei amazon gebraucht, versteht sich.

Was ich mich schon wieder aufrege.....ich sollte nicht mehr herkommen.....

lg deja
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 14 November 2011, 08:11:12

@deja

wie ich bereits im ersten Posting schrieb:

***Man ist in diesem Moment so sehr und ausschließlich auf sich selbst - seine Situation - sein Leid fokussiert, dass man an nichts anderes denkt ...also Egoismus pur.***

Mich persönlich hätte dein Egoismus nicht gerührt und ich habe es auch für mich nicht so empfunden, weil du mir dazu - gelinde gesagt - zu wenig bedeutest.

In Bezug auf deinen Sohn hätte ich eine solche Handlung aber durchaus als egoistisch angesehen.

Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Sternengucker in 14 November 2011, 12:57:32
@deja nein ich muss kein kind von 357 euro im monat ernähren.. und zwar nicht weil ich als reiches kind auf die welt gekommen bin, meine Mutter hatte auch nie Unterhalt und wir mussten wenn Schulbücher anstanden eben auch die Zähne mehr als zusammenbeißen ja und nun? Versinke ich noch 20 Jahre später im Selbstmitleid und lasse es an anderen Leute aus, die es vielleicht mit Ehrgeiz und Glück daraus geschafft haben?
Meine Mutter konnte sich auch 20 Jahre lang nichts leisten, weil sie mir etwas zu essen auf den Tisch stellen musste, aber wenigstens ist sie nicht in Selbstmitleid und Verbitterung versunken..
Ich drehe immer noch jeden Cent um , man weiß ja nie wann schlechte zeiten kommen.. Ja ich hab genug Geld und kaufe meine Bücher auch gebraucht .. na sowas aber auch.
und ja selbst ich überlege für was ich mein geld ausgebe und was nicht.
Aber dafür, dass du von unter 400 euro leben musst - kann ich nichts.. keine ahnung warum du in dieser Lage steckst.

Und JA - meine Meinung ist, dass jeder selbst zu seiner finanziellen Lage etwas beiträgt.
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 14 November 2011, 13:41:13

***und du mußt bestimmt von 357 eu monatlich dich und dein Kind ernähren....Klamotten, Schulsachen etc pp......***


...und wenn du das musst, machst du was falsch: mit Kindergeld und Hartz 4 für ein Minderjähriges Kind solltest du auf deutlich mehr kommen...



Ganz davon agesehen ging es bei der Diskusion um die Kontopfändung auch mal wieder nicht expilizit um Hartz 4 - Empfänger (auf wenn diese sicher eher betroffen sind und sich manche ja grundsätzlich angesprochen fühlen) sondern darum, ob jemand seine Schulden bezahlt oder drei Kreuzchen macht...
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Muffin in 14 November 2011, 16:16:24
Hallo.

Ich muss zugeben, einige Beiträge bzw. Teile kann ich nicht verstehen. Find ich zu verworren, um eine Aussage herauszulesen.
Der Kernpunkt ist wohl das Thema, ob Selbstmord egoistisch ist.
Tja, eine gute Frage, die man meiner Meinung nach nicht mit ja oder nein beantworten kann.
Man sollte eher fragen, ob der Mensch an sich egoistisch ist. Denn zum größten Teil sind wir alle egoistisch. Man muss sich nur selbst beobachten, wie oft denken wir nur an uns?
Deja, ich greife dein Beispiel auf. Du sagst, du hättest zu wenig Geld zum Leben und der Staat könnte dir ruhig 20 Euro mehr lassen. Ich denke, jeder, der zu wenig Geld hat, kann diese Aussage nachvollziehen. Kann man das Geld schließlich gut brauchen. Aber ich frag mich, wo denkst du bei dieser Aussage an wen anderen als an dich/dein Kind? Das Geld, das dir der Staat gibt, kommt von allen Menschen, die Steuern zahlen. Umso höher diese sind, umso weniger haben auch diese Leute für sich zur Verfügung. Denkst du auch an diese Leute? Für den Großteil mag es keinen Unterschied machen, ob man im Jahr 100 Euro mehr oder weniger zahlt. Für manche Menschen allerdings schon.
Es ist kein Angriff, ich möchte nur verdeutlichen, dass wir alle oft nur uns sehen. Unser Leid steht im Vordergrund, umso mehr, wenn es uns schlecht geht.
Man sieht, wenn man möchte, kann man in jedem bisschen Egoismus sehen.
Ich denke, es ist die Natur des Menschen. Wer steht nicht vor der Bustür und lässt jemand anderen den Vortritt? (ok, blöde Frage, kaum jemand). Trotzdem gehen wir davon aus, wir lassen eine ältere Frau vor uns einsteigen. Würden wir das auch machen, wenn der Busfahrer ruft, dass nur noch eine Person mitfahren könnte? Mal ehrlich.
Es ist oft ein höflicher Umgang, der unseren Egoismus eindämmt. Käme es für uns selbst allerdings zu großen Nachteilen, kommt der Egoismus in uns selbst immer mehr hervor.

Ich nehme mich selbst nicht aus. Wie oft musste man ehrlich zu sich sein, um zu erkennen, dass man oft nach außen großzügig handel, aber innerlich immer irgendwas, wenn auch sehr kleines, dabei ist, von dem man sich einen Vorteil erhofft. Und das sind keine Sachen, wie jemanden einen Sitzplatz anzubieten.
Egoismus schwindet, umso besser es uns geht und umso mehr wir die Menschen lieben, für die wir etwas machen.
Es gibt sicher auch einige Ausnahmen, Menschen, die handeln, ohne etwas für sich zu erhoffen.

Um zu dem Hauptthema zurück zu kommen. Zum Glück habe ich da keine eigenen Erfahrungen. Allerdings denk ich, dass jemand, der sich das Leben ernsthaft nehmen möchte, einfach am Ende ist. Entweder durch eine jahrelange Krankheit oder andere Umstände, die ihm das Leben nichts mehr wert erscheinen lässt. Folgt man nun der oben getroffenen Aussage, stellt man fest, dass es einem dann so mies geht, dass man sich einfach nicht mehr mit seiner Umwelt beschäftigen kann. Man denkt in dem Moment einfach nur an sich und seine Situation. So gesehen ist man egoistisch, was aber meiner Meinung in der Natur des Menschen liegt.
Schwierig wird es dann, wenn man ein Kind zu versorgen hat. Es stellt sich dann die Frage, inwieweit das Kind versorgt ist. Ist es mir egal? Weiß ich, dass es jemand groß zieht? Denk ich an die künftigen psychischen Folgen, die das Kind erleidet? Nehme ich das Kind mit?
Hier ist der Kernpunkt, an dem man meiner Meinung über Egoismus diskutieren kann.
Hier beginnt erst der ungesunde Egoismus. Vorher betrifft es nur einen selbst. Hat schon mal jemand an fremde Personen gedacht? Personen, die einen vielleicht erst nach Wochen finden? Personen, die durch einen evtl. Autounfall mit betroffen werden? Rettungskräfte?

Es ist alles sehr schwierig und man muss jeden einzelnen Punkt betrachten und hierbei fragen, was egoistisch ist oder nicht.
Zusammen kann die Frage nicht beantwortet werden.
Es mag aber ein interessantes Thema sein, was man zweiseitig betrachten kann.

Gruß Muffin

PS: Vorliegend hab ich keinen wissenschaftlichen Begriff von Egoismus betrachtet, sondern meine Vorstellung, so wie die meisten sie haben werden.
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 15 November 2011, 22:09:29
nubis.....genau, du wirst es wissen...wie du alles weißt, was du noch nie selber erlebt hast.....:-)

muffin....ich hoffe für dich, daß du niemals in diese Situation kommst, ach ja, hast du Kinder?....im übrigen will ich keine 20eu von dir sondern ich bekomme 20eu mehr Kindergeld, was auch der erhält, der ein Monatseinkommen vom dem hat, was ich im Jahr habe....sry, daß ich dafür ein Kind erziehe, was vllt eure Rente mitzahlt.....ja wenn schon denn schon....nich wahr? und sry, daß ich dafür jahrelang für 2,69 eu Stundenlohn gearbeitet habe.....wird dein Lohn eigentlich angepaßt? bekommst du Weihnachtsgeld etc? kenn ich alles nicht.....könnte ich sonst bestimmt auch besser alles solche komischen Sachen bezahlen.....

lg deja

außerdem gings mir hier in meinem Posting über die Arroganz von Menschen über Schulden zu urteilen.....
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: stern in 15 November 2011, 22:24:26
zitat:nubis.....genau, du wirst es wissen...wie du alles weißt, was du noch nie selber erlebt hast.....:-)

man muss nicht alles selber erleben,um es beurteilen zu können
hier hat jeder irgendwas erlebt,meist nichts gutes-auch nubis wurde nicht nur vom leben verwöhnt,auch sie kennt
das wahre leben mit seinen schattenseiten

ich kann eine sache auch beurteilen wenn ich sie durch dritte,wie zum beispiel meine freundin mit erlebt habe,mitihr gelitten und gebangt habe
diese frau hat 3 kinder unter 6 jahren und lebt vom hartz4 minimum,sie ist auch an der grenze der belastbarkeit und oft verzweifelt,aber ich habe sie noch nie jammern hören,im gegenteil!
3 kinder ohne vater,ohne familie und mit so wenig geld durchzubringen-das hat meine hochachtung
auch wenn dieser frau das wasser oft oberkante unterlippe steht-es käme ihr nie in den sinn die kinder im stich zu lassen
es gibt immer irgendwo eine hilfe,man muss sie suchen und annehmen

ist meine ganz eigene und persönliche meinung zu dem o.g.-keinerlei wertung
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Muffin in 15 November 2011, 22:30:49
hi Deja

Ich glaub, du hast meinen Beitrag nicht verstanden. Habe dich damit nicht angegriffen und deine Situation nicht verurteilt. Es war lediglich als Beispiel für meine Aussage gedacht.
Aber wenn du es gleich auf dich beziehst, werde ich dazu nichts weiter sagen. Ich dachte es wäre einfach eine Diskussion, zu der man seine Meinung äußern kann. Und zu deinem Leben habe ich keine wertende Äußerung getroffen

Gruß
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: deja in 15 November 2011, 22:37:02
schön für deine Freundin, möchte nicht wissen, wieviele schlaflose Nächte sie zugebracht hat....
sowas erzählt man auch keiner besten Freundin, weil es nämlich peinlich ist und man sich schämt...

und doch, man muß eine Situation selbst erlebt haben, um sie beurteilen zu können
wie will man sonst wissen, wovon man redet?
ist es nicht gängige Meinung hier, daß es euch alle ankotzt, wenn Menschen, die keine Depressionen etc haben, und sagen, ihr sollt euch zusammen reißen oder mal richtig wollen....selbst wenn ihr wißt, es geht nicht, denn am Wollen liegt es eben nicht?

und überhaupt wer redet hier von Kinder im Stich lassen?
Wer lesen kann ist klar im Vorteil oder was?

schön für nubis, ich erinner an die Diskussion letztes Jahr als es drum ging, einer Userin zu helfen
der Zynismus und die Weisheit sprachen Bände
ich hab hier meine Lage geschildert um verständlich zu machen, wie schnell man in die Schuldenfalle geraten kann
ich betonte extra, daß es um den Thread ging, den ich hier entdeckt hatte.....
ich verliere meiner Umwelt gegenüber kein Wort über meine Situation- im Gegenteil....##

Muffin,.. du hast mich nicht angesprochen ? Persönlich? da muß ich wohl auch noch lesen üben was?

was solls, ich gucke jetzt nen Liebesfilm.....is eindeutig effektiver

lg deja
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Muffin in 15 November 2011, 22:41:24
hi deja

Angesprochen hab ich dich, ja. Aber nicht angegriffen!
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Adrenalinpur in 15 November 2011, 22:51:29
Erstmal scheint der Wunsch vorzeitig sterben zu wollen egoistisch, denn man hinterlässt verwirrte, verstörte Angehörige die dann sich Sebstvorwürfe machen: "Warum wusste ich nichts, hätte ich helfen können? Es gäbe bestimmt eine Lösung".

Aber der Mensch kann in dieser Situation nicht erkennen das es Lösungen geben könnte. Er sieht nur seine Verzweiflung und meint das entgültige Schlussfinale wäre die Erlösung. Manche folgen dem andere benutzen es auch als Hilferuf manche als Erpressung ohne vielleicht das selbst zu merken.

Wo die Grenzen sind, das als Hilferuf zu sehen oder wo man den Wunsch akzeptieren muss weiss ich selbst nicht.

Morgen spreche ich darüber mit jemand der Therapeut wird, bin gespannt was er sagt
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: stern in 15 November 2011, 22:55:44
mit welchem Recht versprühst du soviel Gift?
mit welcher Arroganz begegnest du den Menschen?
du bist nicht die Einzigste die etwas weiß,der es nicht gut geht!

auch eine Deja macht Fehler,auch eine Deja tat Menschen sehr weh!


und auch du solltest besser lesen,ich schrieb :es ist meine eigene Meinung-keine Wertung!
also kein Grund mich anzugiften
und wenn du keine Freundin hast, der du wirklich alles erzählen kannst,tust du mir leid,meine Freundin und ich erzählen uns auch die Sachen, die uns um den Schlaf bringen

Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 15 November 2011, 23:03:27
***nubis.....genau, du wirst es wissen...wie du alles weißt, was du noch nie selber erlebt hast.....:-)***


Und ich muss nicht Hartz 4 Empfänger sein, um zu wissen, dass du deutlich mehr als den von dir angegebenen Betrag erhalten solltest - hinzu kommen Zuschüsse pro Schuljahr, zu Klassenfahrten, zum Mittagessen usw.

Wenn du das nicht bekommst, machst du was falsch - mehr habe ich nicht gesagt.




Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Hobo in 15 November 2011, 23:06:38
Was war ich doch ein Dummerchen. Die ganze Zeit suche ich schon den "wir hauen uns die Köpfe ein" - Thread. Hat lange gedauert, aber jetzt habe ich ihn ja offensichtlich gefunden. Welche Freude...

lg
Hobo
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: nubis in 15 November 2011, 23:09:53

Ach Hobobär ...'Köpfe einhauen'... - kleiner verbaler Schlagabtausch ist das hier - weiter nichts :-)

Und manche brauchen halt auch immer etwas, über das sie sich aufregen können ;-)

 

nubis *ganz relaxt
Titel: Re:Diskussion "Sui"
Beitrag von: Adrenalinpur in 15 November 2011, 23:38:22
wer versprüht Gift?